Leewelle

Wenn in den meisten Segelflugvereinen die Flugsaison vorbei ist, beginnt bei uns das Fliegen in der Leewelle des Thüringer Waldes. Die aufströmende Luft trägt die Flugzeuge doppelt bis dreimal so hoch wie die Thermik dies vermag.
  • Eine typische Lenticularis-Wolke über dem Thüringer Wald, Fluggebiet des SFCE
    Eine typische Lenticularis-Wolke über dem Thüringer Wald
Entstehung von Leewellen

Die stets in Gruppen auftretenden Leewellen, sind eine durch den Wind hervorgerufene Wettererscheinung auf der Leeseite von Bergen. Oft ist bei ihrer Entstehung ein horizontaler Luftwirbel beteiligt, der als Rotor bezeichnet wird. Sowohl die Leewellen selbst, wie auch der Rotor, werden oft von charakteristischen ortsfesten Wolkenbildungen begleitet. Besonders auffällig ist die Lenticularis-Wolke im Scheitelpunkt der Welle. Zudem bilden sich oftmals Streifen von kleinen, langsam rotierenden Cumulus-Wolken. Staubewölkung an der Luvseite des Berges ist zwar häufig zu beobachten aber kein zuverlässiger Hinweis auf Leewellen. Die Teile der Welle, die Aufwinde darstellen, sind eine Möglichkeit für Segelflugzeuge, an Höhe zu gewinnen.

Aufstieg in der Welle

In der Leewelle des Thüringer Waldes erreichen Segelflieger Flughöhen von etwa 3000 bis über 7000m. Der Weltrekord von über 15.000 m wurde in den Anden erreicht. Für solche Flüge benötigt man ab circa 4000 m Sauerstoff, ab circa 7000m einen Druckanzug sowie Kleidung, die gegen die extreme Kälte schützt. Die Null-Grad-Grenze liegt selbst im Hochsommer um 3000 bis 4000 m, in 10.000 m herrschen Temperaturen um minus 50°C. Druckkabinen oder Kabinenheizungen sind bei Segelflugzeugen aus Gewichtsgründen nicht möglich.

Das Wellensegelfluggebiet Thüringer Wald

Hier können Sie die Vereinbarung zur Nutzung des Leewellensegelfluggebietes „Thüringer Wald“ herunterladen.

 

Laterale Begrenzung

Das Gebiet wird durch folgende Eckkoordinaten begrenzt:

A 50 51 00 N 010 28 00 E Gr. Inselsberg
B 50 52 20 N 010 39 40 E Wipperroda
C 50 50 32 N 011 04 10 E FP Alkersleben
D 50 45 10 N 011 09 10 E Nahwinden
E 50 36 19 N 010 59 20 E Gehren
F 50 40 20 N 010 42 55 E Oberhof

Vertikale Begrenzung
Das untere Leewellengebiet „Unterer Thüringer Wald“ geht von FL 95 bis FL 160.
Das obere Leewellengebiet „Oberer Thüringer Wald“ geht von FL 160 bis FL 220.

Aktivierung/ Deaktivierung des Luftraums
  • Die Flugleitung beantragt spätestens 30 Minuten vor Aufnahme des Flugbetriebs die Aktivierung des Wellensegelfluggebietes beim Supervisor der DFS Niederlassung München Center
  • Bei Nutzung des Wellensegelfluggebietes „Oberer Thüringer Wald“ informiert der Supervisor München den Supervisor Langen (EDLL) im ACC Langen.
  • Das Beschränkungsgebiet ED-R 95 A Ohrdruf ist zu berücksichtigen. Sollte das Gebiet aktiv sein ist es zu meiden.
  • Der Wellensegelflug erfolgt nur nach VFR in VMC.
  • Durch die Nutzer wird sichergestellt, dass terrestrische Navigation nach den festgelegten Bodeneckpunkten bzw. Navigation mittels GPS jederzeit möglich ist.
  • Es ist eine ständige Hörbereitschaft auf der Frequenz 123,000 MHz erforderlich. Das Verlassen des Wellensegelfluggebiet Thüringer Wald ist nur innerhalb Luftraum „E“ zulässig und ist dem Flugleiter Alkersleben zu melden.
  • Nach dem Ausflug des letzten Luftfahrzeuges aus den Gebieten deaktiviert die Flugleitung die Lufträume beim Supervisor der DFS Niederlassung München Center.
  • Wenn das Gebiet „Oberer Thüringer Wald“ genutzt wurde, so ist das Verlassen dieses Teilgebiets unverzüglich anzuzeigen, sodass der Luftraum wieder durch die Flugsicherung genutzt werden kann.
Mehr Informationen gibt es unter den folgenden Links:

 

www.lsv-th.de

www.mittelgebirgsleewelle.de

www.schwerewelle.de

 

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