Was ist das Besondere am Segelfliegen?

„Segelfliegen hat sich seit den ersten erfolgreichen Versuchen Otto Lilienthals Ende des 19. Jahrhunderts von einer Experimentier- und Bastelarbeit zu einer Hightech-Wissenschaft entwickelt. Aus den stoffbespannten holperigen Holzgerippen sind aalglatte Kunststoffzellen geworden, die mit Geschwindigkeiten durch den Luftraum jagen, um die sie manches motorgetriebene Flugzeug aus den Anfangsjahren der Fliegerei beneidet hätte.“ (Winfried Kasuare)

  • Unser Schuldoppelsitzer beim Start
    Unser Schuldoppelsitzer beim Start

Durch Aufwinde gewinnen wir Höhe

Segelfliegen bedeutet für uns, ohne die Hilfe eines Motors, möglichst weite Strecken zurückzulegen. Dazu nutzen wir verschiedene Arten von Aufwinden, wie beispielsweise die Thermik oder Leewellen. Durch ihre Energie gewinnen wir Höhe, die wir wiederum in Fluggeschwindigkeit umsetzen.
Das Fliegen eines Segelflugzeuges unterscheidet sich im Prinzip nicht von der Steuerung anderer Flugzeuge. Alle Flugzeuge können auch ohne Motor fliegen. Je nach Ausgangshöhe, Gewicht und Aerodynamik des Luftfahrzeuges legen sie unterschiedliche Distanzen zurück.

Segler haben von allen Flugzeugen die beste Aerodynamik

Moderne Segelflugzeuge besitzen ein Gleitverhältnis zwischen 1:30 und 1:60. In ruhiger Luft können sie durch den Abbau von 1000 Höhenmetern also 30 bis 60 Kilometer weit fliegen. Segelflugzeuge besitzen von allen Flugzeugen die beste Aerodynamik und ein besonders günstiges Verhältnis von Spannweite, Profiltiefe und Gewicht.
In den vergangenen Jahrzehnten haben ehrgeizige Segelflugpiloten wie Klaus Ohlmann, Strecken mit mehr als 3000 Kilometern zurückgelegt und Höhen von weit über 10.000 Metern erreicht.

Wir starten an der Winde, im F-Schlepp oder aus eigener Kraft

Um in die Luft zu kommen, bedienen wir uns selbstverständlich gerne eines Motors. Wir lassen uns von einem motorisierten Schleppflugzeug auf die gewünschte Höhe bringen oder werden von unserer Winde mit einem Seil in die Luft gezogen.
Einige unserer Vereinsmitglieder betreiben motorisierte Segelflugzeuge die selbst starten oder bei mangelnder Thermik zum Flugplatz zurück fliegen können. Ansonsten ist das Landen auf fremden Flugplätzen oder auf Wiesen und Feldern keine ungewöhnliche Methode einen Flug in schwächer werdender Thermik sicher zu beenden.

Das richtige Wetter lässt uns fliegen

Segelflieger erkennt man häufig an ihrem zum Himmel gerichteten Blick und den darauffolgenden Diskussionen über Wolkenentwicklungen, Windrichtungen und Basishöhen. Als Segelflieger sind wir stets auf günstiges Wetter angewiesen. Das heißt nicht, dass wir nur bei Sonnenschein und guter Thermik fliegen können. Unser Flugplatz bietet beispielsweise auch eine gute Ausgangsposition um in der Leewelle des Thüringer Waldes zu fliegen.

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